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Am Kürzeren Ende der Sonnenallee – Kapitel 04

In Sonnenallee on 7 février 2010 at 10:53

Traduction franco-allemande du chapitre 04 du livre Am Kürzeren Ende der Sonnenallee

Einmal, in einer echten Notlage, hat Micha dann doch versucht, Miriams Aufmerksamkeit auf sich zu leiten.

Die Notlage bestand darin, dass er zu einem Diskussionsbeitrag verdonnert wurde.

In der Halle der Schule hing in großen Buchstaben der Spruch »Die Partei ist die Vor­hut der Arbeiterklasse!«. Mario hatte das Wort Vorhut an der richtigen Stelle um den Buch­staben A bereichert. Dafür wurde Mario ver­petzt. Eine Person, die jeden verpetzt, gab es immer.

Leider stand Mario schon auf so einer Art Liste. Er hatte nämlich schon einiges ausgefres­sen. »Noch so ein Ding, dann … «, hieß es beim letzten Mal. Und jetzt konnte er nur eine Stelle als Betonbauer oder Arbeiter bekommen. Dabei wollte er doch studieren.

Doch als Marios Freund hat nun Micha das mit dem A auf sich genommen. Er wollte gern den Ruf haben, eine mutige Tat begangen zu haben. Und ein A an der richtigen Stelle in einer roten Parole anzubringen, das war eine mutige Tat.

Leider wusste weder Mario noch Micha, dass die Parole auf Lenin zurückging. Wer aber Lenin beleidigt, beleidigt die Partei. Wer die Partei beleidigt, beleidigt die DDR. Wer die DDR beleidigt, ist gegen den Frieden. Wer gegen den Frieden ist, muss bekämpft werden.

Und wie es aussah, hatte Micha Lenin belei­digt-

Deshalb wurde er zu einem Diskussionsbei­trag verdonnert, – von seiner Schuldirektorin, die mit dem Namen Erdmute Löffeling gestraft war.

Diskussionsbeiträge waren eine echte Strafe, obwohl sie eigentlich eine echte Ehre waren. Niemand wollte einen Diskussionsbeitrag hal­ten. Jeder redete sich heraus. Doch Micha konnte sich nicht herausreden. Sein Diskus­sionsbeitrag sollte heißen »Was uns die Klassi­ker des Marxismus-Leninismus heute sagen«.

Micha befürchtete, für Miriam »der mit der roten Rede« zu werden, wenn sie ihn mit die­ser Rede das erste Mal bemerkte. Deshalb mus­ste Micha sich noch vorher bei Miriam in Sze­ne setzen. Darin bestand die Notlage.

Er hatte zwei Wochen Zeit, und in diesen zwei Wochen war auch die Schuldisco. Die Disco endete schon um halb neun und Stimmung kam nie auf Nur in der letzten halben Stunde war es in dem großen Raum dunkel wie in einer Disco.

Trotzdem hielt Micha die Schuldisco für die einzige günstige Gelegenheit, sich bei Miriam in Szene zu setzen.

Natürlich war die Schuldisco die ungünstig­ste Gelegenheit. Es kamen alle Jungs aus den oberen Klassen, und alle hatten dasselbe vor. Erst als Micha, Mario, Wuschel, Brille und der Dicke aus Langeweile die Etiketten an den Colaflaschen abgerissen hatten, kam Miriam. Sie setzte sich neben ihre Freundin, und die beiden begannen zu schnattern, als hätten sie sich zehn Jahre nicht gesehen.

Micha blieb gar nicht anderes übrig, als sich ein Herz zu fassen. Er musste das tun, was ein Mann tun muss.

In der Pause, bevor ein neuer Titel begann, stand er auf und legte den ganzen endlosen Weg quer durch die Disco zurück. Sobald die erste Note zu hören war, fragte er Miriam: »Tanzen wir?«.

Er gab sich die allergrößte Mühe, sicher und erfahren zu wirken. Aber plötzlich fuhr ihm ein Schreck in die Knochen, und er wusste, dass er sich blamiert hatte. Der Song war ein Ostsong! Ein Ostsong von der schlimmsten Sorte!

Die Tanzfläche leerte sich schlagartig. Miriam und ihre Freundin unterbrachen einen Augenblick ihr Geschnatter. Miriam sah ihn an, kicherte und sprach weiter mit ihrer Freun­din.

Micha blieb stehen, aber sie tat, als gäbe es ihn nicht. Er musste wieder zurück. Die ganze Schule starrte ihn an, als er quer durch die Dis­co ging.

Wuschel sagte: »Das ist ein tapferer Mann.« Und damit war gesagt, was alle dachten. Micha war der erste, der es gewagt hatte.

Er hatte Miriam zum Tanzen aufgefordert! Micha saß von nun an wie leblos auf seinem Stuhl, bis plötzlich etwas geschah. Eine Unru­he griff um sich. Mario stieß Micha an, Brille nahm seine Brille ab und putzte sie nervös, dem Dicken klappte der Mund auf.

»Das gibt es doch gar nicht.«

Miriam tanzte.

Sie tanzte mit jemandem. Diesen Jemand kannte niemand. Er war einfach so hereingekommen mit ein paar Freunden und hatte Miriam aufgefordert. Seine Freunde hatten die anderen Mädchen aufgefordert.

Und dazu hatten sie sogar einen langsamen Titel. Einen langen, schönen, langsamen Titel. Den langen, langsamen Titel.

Wer je das Glück hat, zu diesem Titel zu tan­zen, der wird es nie vergessen. Er wird sein ganzes Leben lang die Menschheit einteilen in die, die das erlebt haben, und die, die es nicht erlebt haben.

Mariam tanzte nicht nur mit dem Fremden. Sie begann auch mit ihm rumzuknutschen, und zwar heftig.

Micha sah es, die Clique sah es, alle sahen es. Bis plötzlich das Licht anging und die Schuldirektorin Erdmute Löffeling im Saal stand. Der Knutscher trug ein T-Shirt vom John-F.-Kennedy-Gymnasium: Miriam hatte sich mit einem Westberliner rumgeknutscht.

Die Schuldirektorin machte eine Riesen­szene. Der Westberliner wurde auf der Stelle herausgeschmissen, Miriam wurde zu einem Diskussionsbeitrag verdonnert, und Micha war damit der Mann der Stunde.

In den folgenden Tagen setzten bei allen Jungs aus den oberen Klassen fieberhafte Aktivitä­ten ein. Alle kannten nur ein Ziel: Jeder woll­te etwas ausfressen und sich dadurch zu einem Diskussionsbeitrag verdonnern lassen.

So gab es in den folgenden Tagen immer wieder Episoden, wo Schüler normalerweise zu einem Diskussionsbeitrag verdonnert wurden.

Weil aber mit zwei Verdonnerten schon eine Grenze erreicht war, bekam Wuschel im Physikunterricht zwar eine Fünf, aber zu einem Diskussionsbeitrag wurde er nicht verdonnert. Im Sportunterricht musste Mario fünfzig Liege­stützen machen. Zu einem Diskussionsbeitrag wurde aber auch er nicht verdonnert. Der Dicke wurde nur dazu verdonnert, am 7. Okto­ber die große Fahne zu tragen, was sich als ech­te Strafe herausstellte, denn am 7. Oktober goss es in Strömen. Und das Banner, das schon schwer genug war, wurde im Regen noch schwerer.

Micha blieb also der Einzige, der zu einem Diskussionsbeitrag verdonnert wurde. Und Miriam natürlich.

Un jour, Micha se trouvant dans une véritable situation de détresse, essaya encore une fois d’attirer l’attention sur lui.

Il se trouvait dans une situation de détresse, car on lui avait ordonné de tenir un discours.

Dans la salle de classe, on pouvait lire l’inscription « le parti est la protection de la classe ouvrière ! ». Mario avait enrichi le mot Vorhut d’un « A » (NdT : Vorhaut : le prépuce). Mario fut dénoncé. Il y avait toujours une personne pour vous dénoncer.

Malheureusement, Mario était déjà sur une liste. Il avait déjà commis de nombreuses choses illégales. On lui avait dit la dernière fois : « encore une chose illégale et ensuite… ». A partir de maintenant, il  aurait seulement été en mesure de travailler comme maçon ou comme ouvrier. Mais lui souhaitait continuer ses études. Mais ce fut Micha qui avoua la délit. Il voulait tellement avoir la réputation d’une personne qui effectue des choses courageuses. Et de rajouter un A dans une parole communiste était une action très courageuse.

Ni Mario, ni Micha ne savaient que Lénin était l’auteur de cette parole. Mais les gens qui insultaient Lénin insultaient également le parti, la république démocratique. Et les personnes qui insultaient la république démocratique étaient contre la paix. Et les personnes qui étaient contre la paix devaient être combattues.

Et Micha avait visiblement insulté Lénin.

Et c’est pourquoi sa directrice – punie par le fait qu’elle devait porter le nom d’Edmund Löffeling –  lui ordonna de tenir un discours.

Tenir un discours était une véritable discussion bien qu’à la base c’était un véritable honneur. Personne ne souhaitait tenir des discours. Tout le monde essayait de trouver des excuses pour ne pas les tenir. Mais Micha n’avait aucun moyen d’y échapper. Il devait tenir un discours sur les significations actuelles des grands classiques du Marxisme et du Léninisme.

Micha avait peur de passer pour un communiste dans les yeux de Miriam si elle le voyait tenir ce discours. C’est pour cela que Micha devait se mettre en scène. Et c’est là qu’il y avait une véritable urgence.

Il avait deux semaines et pendant ces deux semaines, il y avait également la disco de l’école.

La disco se terminait généralement à neuf heures et il n’y avait jamais d’ambiance, sauf pendant la dernière demi-heure quand il n’y avait plus de lumière comme dans une vraie discothèque.

Néanmoins, Micha estima que la discothèque de l’école était le meilleur moyen de se mettre en scène auprès de Miriam.

Bien sûr, la discothèque de l’école était le plus mauvais moment pour se mettre en scène. Il y avait tous les garçons des classes supérieures et tous avaient les même objectifs. C’est seulement lorsque Micha, Mario, Wuschel, Brille et der Dicke avaient arrachés les étiquettes de leurs bouteilles de coca, Miriam arriva enfin. Elle s’assit à côté de ses amies et elle commencèrent à commérer, comme si elle ne s’étaient pas vues pendant au moins 10 ans.

Micha n’avait pas d’autre solution que de surmonter son courage. Il devait faire ce que tout homme doit faire.

Pendant la pause, avant qu’une nouvelle musique fut mise, il se leva et se dirigea vers elle, traversant toute la salle. Dès qu’on pu entendre la première note de musique, il demanda à Miriam : Veux-tu danser ?

Il se donna toutes les peines du monde pour sembler sûr et expérimenté. Mais brusquement, il fut traversé dans une peur et il sut qu’il s’était ridiculisé. La musique était une musique de l’est ! Et une musique la plus affreuse qu’il soit de l’est.

La piste de dance se vida rapidement.

Miriam et ses copines arrêtèrent leurs bavardages pendant un instant. Miriam le regarda, ricana et continua à discuter avec ses amies.

Micha resta debout devant elle mais elle l’ignora. Il devait retourner vers ses amis. Toute l’école le fixa quand il retraversa la salle.

Wuschel dit : « c’est un homme courageux ». Il dit tout haut ce que tout le monde pensa tout bas. Micha était le premier qui avait osé.

Il avait demandé à Miriam de danser avec elle. Micha était maintenant inerte sur une chaise jusqu’à ce qu’une chose incroyable se passa : On senti une excitation sourde. Mario donna un petit coup à Micha, Brille enleva ses lunettes et les nettoya, der Dicke avait la bouche ouverte.

« c’est incroyable ! »

Miriam était en train de danser.

Elle était en train de danser avec quelqu’un. Cette personne était inconnue. Il était simplement rentré dans la discothèque avec quelques amis et avait demandé une danse à Miriam. Ses amis avaient demandé une danse aux amies de Miriam.

Et en plus, le DJ avait mit une chanson lente. Une longue, lente et belle musique. Et c’était LA musique longue et lente.

Celui qui avait la chance de danser sur cette musique ne pouvait pas l’oublier. Et pendant toute sa vie, il partagerait l’humanité en deux parties : ceux qui avaient dansé sur cette musique et ceux qui n’avaient pas dansé sur cette musique.

Miriam ne fit pas que danser avec l’inconnu. Elle commença également à l’embrasser avec passion.

Micha le vit, le groupe d’amis le vit et tout le reste de l’école le vit. Brusquement, la lumière se ralluma et la directrice Erdmunte Löffeling était là. L’embrasseur avait un t-shirt du gymnase John-F.-Kennedy : Miriam avait embrassé un gars de l’ouest.

La directrice de l’école fit une énorme scène. Le berlinois de l’ouest fut mis dehors, on ordonna à Miriam de tenir un discours et Micha vit sa chance se profiler à cet instant.

Dans les jours qui suivirent, tous les garçons des classes supérieures mirent tout en œuvre pour être également punis par un discours pour pouvoir être en contact avec Miriam.

Et dans les jours qui suivirent, de nombreux élèves furent punis et il durent tenir des discours.

Mais la limite d’élèves punis fut vite atteinte. Wuschel, bien qu’il reçu un 2 en cours de physique, il fut exempté de discours. Pendant le cours de gym, Mario devait faire 50 pompes. Et il fut également exempté de discours. On demanda simplement au Dicke de porter le drapeau le 7 octobre . Le fait de porter le drapeau était une véritable punition, car ce jour là, il plut des cordes. Et le tissu du drapeau, bien que déjà lourd, devint encore plus lourd avec la pluie.

De ce fait, Micha devint le seul qui dut tenir un discours. Et Miriam bien sûr.

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