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Am Kürzeren Ende der Sonnenallee – Kapitel 10

In Sonnenallee on 21 février 2010 at 17:11

Traduction franco-allemande du chapitre 10 du livre Am Kürzeren Ende der Sonnenallee

Deutsch Französisch
Wenn Heinz bei der Familie seiner Schwester zu Besuch war, geschah fast immer etwas, was ihn schockierte. Dieses Mal traf ihn fast der Schlag, als er seine Schwester begrüßte. Frau Kuppisch machte sich vor dem Spiegel zurecht, aber sie schien auf einmal zwanzig Jahre gealtert.

Herr Kuppisch kommentierte verärgert: »Jede Frau tut etwas, um jünger auszusehen, nur meine will offenbar älter aussehen!«

Heinz zeigte auf das Asbest hinter der Hei­zung und antwortete Herrn Kuppisch: »Sei froh, dass du sie noch so erlebst, denn so alt, wie sie aussieht, wird sie nie. Und selbst wenn, dann würdest du es nicht erleben!«

Frau Kuppisch konnte dieses Thema über­haupt nicht leiden. »Heinz, hör auf damit, das macht Mischa nur verrückt.« Micha prote­stierte. »Mama, warum nennst du mich Mischa? Ich heiße Micha!«

»Komm, das kann nicht schaden. Mischa ist russisch, und du willst doch in der Sowjetuni­on studieren!«

»Deshalb musst du mich doch nicht Mischa nennen. Ich sag doch auch nicht Mamutsch-ka.«

»Wieso, ist doch nicht schlecht, wenn alle denken, dass wir Freunde der Sowjetunion sind«, sagte Frau Kuppisch.

»Ras, dwa, tri – Russen werden wie nie!«, erklärte Heinz.

Frau Kuppisch war es, die den Pass von der Bürgerin aus der Bundesrepublik, Helene Rumpel, gefunden hatte. Seitdem arbeitete sie an sich. Sie wollte so aussehen wie die Passin­haberin. Und als Helene Rumpel wollte sie durch die Sperre kommen.

Helene Rumpel war zwanzig Jahre älter als Frau Kuppisch – dieses Problem hatte Frau Kuppisch am Schminktisch gelöst. Frau Kuppisch hatte Kleider und Schuhe aus dem Westen und einen unbenutzten Westberliner Fahrschein. Auch die Unterschrift von Helene Rumpel konnte sie wie ihre eigene.

Eines Abends ging sie los, um im schwachen Abendlicht als Helene Rumpel durch die Kon­trolle zu kommen.

Ängstlich, wie sie war, beobachtete sie zuerst aus sicherer Entfernung den Grenzübergang. Dort wollte ein junges Paar zurück nach West­berlin.

Als Frau Kuppisch sah, wie locker und selbstbewusst die beiden waren, wie laut sie redeten, wie sie lachten – als sie all das sah, wusste sie, dass ihr zu einem Westler mehr fehlt als nur der Pass, die Schuhe, die Kleider.

Und sie wusste, dass sie niemals so werden würde wie die. Und dass sie keine Chance hat­te, über die Grenze vor ihrer Haustür zu kom­men.

Frau Kuppisch ging wieder nach Hause. Was blieb ihr anderes übrig? Sie schämte sich aller­dings nicht für ihre Ängstlichkeit. Sie hatte geahnt, dass sie nicht zu der selbstbewussten Hälfte der Menschheit gehörte. Aber nach­dem sie keinen Grund mehr hatte, sich älter zu machen, wurde sie wieder wie früher.

Zu Hause setzte sie sich sofort an den Schminktisch. Herr Kuppisch wollte seinen Augen gar nicht trauen, als er heimkam. Frau Kuppisch wirkte sogar noch jünger als je zuvor. Das sagte jeder, der sie in den ersten Wochen nach ihrer Verjüngung sah.

Niemand konnte sich das erklären. Micha glaubte an einen heimlichen Geliebten, Sabine dachte an einen neuen Friseur. Heinz sah ein Zeichen für Lungenkrebs, denn bekanntlicb werden Krebskranke optimistisch, wenn es aufs Ende zugeht.

Als Heinz das nächste Mal kam, war auch er nicht wieder zu erkennen: Er hatte sich binnen fünf Wochen von 166 auf 131 Pfund herunter­gehungert. Er hatte nichts gegessen, »weniger als im Lager in Sibirien!«

»Mensch, Heinz, komm, setzt dich an den Tisch«, sagte Frau Kuppisch besorgt. »Heinz, was hast du?« fragte Micha erschrocken, als er seinen Onkel sah.

»Nichts«, sagte Heinz, »ich hab was geschmuggelt!«

Unter seinem Anzug, der ihm lose am Kör­per hing, trug er noch einen zweiten Anzug.

»Der ist für dich!«, sagte Heinz feierlich zu Micha. »Damit du auf deiner Tanzschule gut aussiehst! Und jetzt werde ich mich ordentlich bei euch durchfressen, was!« Er lachte. »Zieh ihn an, ich will sehen, ob er passt!«, rief Heinz mit vollem Mund. »Micha, kannst du dir vor­stellen, … wie oft ich in den letzten Wochen daran gedacht habe, … dass ich mich wieder so richtig satt fressen werde, … sobald ich erst deinen Anzug herüber geschmuggelt habe!«

Micha nickte. Er brachte es nicht übers Herz, Heinz zu sagen, dass es legal gewesen wäre, einen Anzug herüber zu bringen. Auch später, als Heinz längst wieder 166 Pfund wog und in den alten Anzug passte, vergaß Micha niemals, seinen Westonkel für den Anzug­schmuggel zu loben.

So hatte Micha beim Abschlussball der Tanz­schule nicht nur die schönste Partnerin. Er hatte auch den schönsten Anzug.

Miriam trug ein dunkelblaues Abendkleid, und auch Mario, Brille und der Dicke hatten sich so gut angezogen wie schon lange nicht mehr und wie auch lange Zeit danach nie wie­der. Sie hatten sogar die Schuhe geputzt.

So tanzten noch einmal achtzig geputzte Schuhe über das Parkett. Aber Micha und Miriam waren das Paar. Micha führte Miriam in allen Tänzen und merkte, wie sie ihm mehr und mehr überließ – weil sie sich bei ihm sicher fühlte. Es war das erste Mal, dass in ihm eine Ahnung aufstieg, was es auch heißt, ein Mann zu sein.

Miriam genoss es, Micha in die Augen zu sehen und ihn dazu zu bringen, dass er außer ihr nichts bemerkte. So hörte er auch nicht das Brummen eines Motorrades, das draußen vor dem Ballsaal vorfuhr. Ausgerechnet beim Tango, dem Tanz, den Micha am besten konnte. Als der Tanz zu Ende war, verabschiedete sich Miriam von Micha.

»Wenn es am schönsten ist, soll man auf­hören«, sagte sie nur und ließ ihn stehen.

Alle sahen es und keiner hätte in dem Moment mit Micha tauschen wollen. Bis eben war er noch der Prinz des Abends. Er lief auf die Straße und rief ihr hinterher: »Nein, wenn es am schönsten ist, kann man auch weiter­machen!«

Aber da fuhr sie schon, den Motorradfahrer fest umschlungen, davon. Dass Micha ihr etwas hinterher rief, hörte sie nicht mehr.

Ein paar Tage später fand Micha im Brief­kasten einen Brief, ohne Namen, ohne Absen­der, aber mit roten Herzchen zugeklebt. Er riss sofort den Brief aus dem Umschlag und ging aus dem Haus. Da stieß er mit dem ABV zusammen. Der Brief fiel Micha aus der Hand, und weil es ein windiger Tag war, flog er davon.

Micha wollte dem Brief hinterher rennen, aber der ABV griff ihn am Arm und wollte sei­nen Personalausweis kontrollieren. Der Brief wurde einfach weggeweht – bis in den Todes­streifen, wo er im Gebüsch landete.

Das konnte Micha aber nicht sehen. Er fand es erst später heraus, als er mit einem Spiegel, den er an einem Besenstiel befestigt hatte, in den Todesstreifen guckte.

Diesen Brief gab er nicht einfach auf. Er ver­suchte von nun an alles, um an ihn heranzu­kommen.

Quand Heinz était en visite chez sa soeur, il y avait toujours une chose qui pouvait le choquer. Lors de la dernière visite, il passa pas très loin de l’infarctus lorsqu’il salua se sœur. Mme Kuppisch se préparait devant le miroir mais elle semblait avoir vieillit de 20 ans.

M. Kuppisch commenta, énervé, ce vieillissement : « Toutes les femmes font tout leur possible pour rajeunir, sauf ma femme qui fait tout pour avoir l’air plus vieux ! »

Heinz pointa du doigt l’amiante derrière le radiateur et répondit à M. Kuppisch : « Sois heureux que tu puisses encore la voir, car tu ne risques jamais la voir à l’âge qu’elle souhaite se donner ! »

Mme Kuppisch détestait aborder ce sujet. « Heinz, arrête, cela rend Mischa seulement fou ». Mischa protesta. « Maman, pourquoi m’appelles-tu Mischa ? Je m’appelle Micha ! »

« Cela ne peut pas faire de mal. Mischa est ton nom en russe et cela tombe bien, car tu souhaites étudier en république socialiste soviétique ! »

« Mais ce n’est pas une raison pour m’appeler Mischa. En ce qui me concerne, je ne t’appelle pas Mamutschka ! »

« Pourquoi donc ? Ce n’est pas si mal si tout le monde pense que nous sommes des amis de la république soviétique », ajouta Mme Kuppisch.

« un, deux, trois (NdT : traduction russe) – nous ne serons jamais des russes ! » expliqua Heinz.

C’était Mme Kuppisch qui avait trouvé le passeport de la citoyenne de la république fédérale allemande, Helene Rumpel. Depuis qu’elle avait trouvé ce passeport, elle avait entamé une transformation. Elle voulait ressembler à la propriétaire du passeport. Et c’est en tant qu’Helene Rumpel qu’elle souhaitait passer la frontière. Bien qu’Helene Rumpel avait 20 ans de plus, Mme Kuppisch avait résolu le problème à sa table de maquillage. Mme Kuppsich avait des habits et des chaussures de l’ouest et un billet inutilisé des transports publics de Berlin ouest.

Elle maîtrisait la signature d’Hélène Rumpel aussi bien que la sienne.

Un soir, elle quitta l’appartement pour passer la douane sous le nom d’Hélène Rumpel.

Peureuse comme elle l’était, elle commença à observer de loin le passage frontalier. Là-bas, elle voyait comme un jeune couple retournait à l’ouest.

Quand Mme Kuppisch vit avec quelle aisance le couple passait la frontière, entendant leurs rires et leurs paroles, elle sût qu’elle ne représentait pas une personne de l’ouest et qu’il lui faudrait bien plus qu’un passeport, des souliers et des habits pour être une vraie personne de l’ouest.

Et elle sût qu’elle ne serait jamais comme eux. Et elle comprit qu’elle n’aurait jamais la chance de passer la frontière qui se trouvait devant sa porte.

Mme Kuppisch retourna à la maison. Que pouvait-elle faire d’autre ? Néanmoins, elle n’avait pas honte de sa peur. Elle avait pressenti qu’elle n’appartenait pas à ce genre d’individu qui aurait été en mesure de tout laisser derrière d’une manière fière. Mais maintenant, comme elle n’avait plus aucune raison de se rendre vieille, elle reprit son aspect normal.

Une fois à la maison, elle s’assit à sa table de maquillage. M. Kuppisch ne pouvait en croire ses yeux quand il rentra.

Mme Kuppisch était devenue encore plus jeune qu’avant sa transformation. Cette transformation fût confirmée par toutes les personnes en mesure de la voir après sa tentative. Personne n’était en mesure d’expliquer une pareille transformation. Micha pensait qu’elle avait un amant, Sabine pensait qu’elle avait changé de coiffeur. Heinz vit dans cette transformation un indice pour un cancer des poumons, car il semblait que les malades du cancer profitaient d’une amélioration de leur état quand leur fin était proche.

Lorsque Heinz revint la fois suivante, il avait également subit une grande transformation. En 5 semaines, il avait perdu 15 kg. Il n’avait rien mangé et comme il se plaisait à dire « encore moins que dans un camp de concentration en Sibérie ! »

« Bon Dieu ! Heinz, viens te mettre à table » dit Mme Kuppisch d’une voix soucieuse. « Heinz, qu’as-tu ? » demanda Micha effrayé, quand il vit son oncle. « Rien du tout », répondit Heinz, « je vous ai ramené un truc ! »

Sous son costume, qui pendait mollement à son corps, il portait un deuxième costume.

« ça, c’est pour toi ! » dit Heinz d’une voix triomphante à Micha. « C’est pour que tu sois le plus beau à l’école de danse ! Et maintenant, je vais me goinfrer chez vous! » Il riait. « Mets le pour que sois en mesure de savoir s’il te va bien » dit Heinz à haute voix la bouche pleine.

« Micha, peux-tu t’imaginer combien de fois j’ai imaginé de me remplir à outrance la panse … ces dernières semaines … une fois que ton costume serait à l’est »

Micha hocha la tête. Il ne put se résoudre à dire à Heinz que passer des habits à l’est était parfaitement légal. De plus, une fois que Heinz avait reprit son poids initial, il ne manqua aucune occasion pour remercier son oncle pour le costume.

Ainsi, Micha avait non seulement la plus belle femme mais également le plus bel habit.

Miriam portait une robe de soirée bleue foncée et même Mario, Brille et der Dicke ne s’étaient jamais encore aussi bien habillés. Même leurs chaussures brillaient.

Et c’est ainsi que 80 paires de chaussures polies filaient sur le parquet de la salle de danse. Mais Miriam et Micha étaient le couple. Micha menait sa partenaire dans toutes les danses et remarquait qu’elle se donnait à lui de plus en plus, car elle se sentait avec lui en sécurité.

Et c’était pour lui la première fois qu’il ressentait ce que c’était d’être un homme.

Miriam savourait le fait de regarder dans le yeux de Micha et de rendre tout leur entourage complètement superflu et invisible. Ainsi, il n’entendit même pas la moto qui arriva devant la salle de danse.

Juste avant le tango, la danse qu’il maîtrisait le mieux, Miriam lui dit au revoir.

« Nous devons toujours nous arrêter quand c’est le mieux » et le laissa seul au milieu de la salle.

Tout le monde le vit et personne n’aurait voulu prendre la place de Micha. Jusqu’à maintenant, il avait été le prince de la soirée. Il sorti et quand il arriva dans la rue, il cria

« Non, quand c’est le plus beau, nous pouvons également continuer !»

Mais elle était déjà assise sur la moto qui partait, les bras entourant le motard. Elle n’était même plus en mesure d’entendre les paroles de Micha.

Quelques jours plus tard, Micha trouva une lettre dans sa boîte aux lettres, sans nom, sans expéditeur mais recouvert avec de petits cœurs. Il ouvrit sauvagement la lettre et sorti de la maison. Là, il tomba sur le policier. La lettre tomba sur le sol et comme c’était une journée avec du vent, la lettre s’envola. Micha voulait récupérer la lettre mais le policier attrapa son bras et lui demanda ses papiers. La lettre tourbillonna avec le vent et arriva dans les broussailles de la zone interdite du mur.

Micha ne pouvait le voir immédiatement : il ne le vit que plus tard, lorsqu’il attacha un miroir à un manche à balai. Mais il ne renonça pas à cette lettre et à partir de maintenant, fit tout son possible pour récupérer la lettre.

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