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Am Kürzeren Ende der Sonnenallee – Kapitel 13

In Sonnenallee on 23 février 2010 at 10:10

Traduction franco-allemande du chapitre 13 du livre Am Kürzeren Ende der Sonnenallee

Deutsch Französisch
Micha ging mit Miriam oft den Weg vom S-Bahnhof zur Sonnenallee. Er nahm sich immer wieder vor, langsam zu gehen, um mehr Zeit mit ihr zu verbringen. Aber jedes Mal war er so aufgeregt, dass es damit nichts wurde.

Zum Glück geschah es nie, dass plötzlich der Motorradfahrer neben Miriam heranfuhr und sie ihm entführte.

Als sie sich das letzte Mal auf der Straße tra­fen, erzählte ihm Miriam, dass sie den Motor­radfahrer nicht mehr sehen würde. Er war für drei Jahre zur Armee gegangen.

Wenn Miriam und Micha die Sonnenallee erreichten, trennten sie sich. Er ging zu der Seite mit den geraden, sie zu der Seite mit den ungeraden Nummern. Micha bekam bei diesen zufälligen Begegnungen nie heraus, ob der Lie­besbrief, der noch immer im Todesstreifen lag, von Miriam war. Und natürlich hoffte er auch noch immer auf den versprochenen Kuss. Er wartete wie ein Bauer auf Regen.

Als sie sich eines Abends auf dem Heimweg begegneten, glaubte Micha, dass es jetzt soweit wäre. Es war der letzte Schultag vor den gro­ben Ferien, und jeder würde wegfahren, Micha an die Ostsee, Miriam in die Hohe Tatra. Dar­über musste Micha lachen – im Vorjahr war sie an der Ostsee und Micha in der Hohen Tatra.

Es war eine schöne warme Sommernacht. Die Luft war weich und alles war ruhig. Als sie an den Punkt anlangten, wo sich ihre Wege trennen, schien Miriam wieder nicht daran zu denken, Micha zu küssen.

»Du hast mir mal was versprochen!«, sagte Micha,

»Ja«, antwortete sie ruhig. »Aber ich habe gesagt: irgendwann.«

Micha musste schwer schlucken.

»Da kann ich ja ewig warten!«, rief er ver­zweifelt.

»Na und?«, fragte Miriam sanft. »Dann hast du immer etwas, worauf du dich freuen kannst. Wenn du weißt, dass ich dich irgendwann küs­sen werde, wirst du nie traurig sein müssen.«

Dann ging sie nach Hause.

Micha dachte den ganzen Sommer über diesen Satz nach. Wenn du weißt, dass ich dich irgendwann küssen werde, wirst du nie traurig sein müssen. Wer so was sagt, der versteht was vom Warten, Sehnen und Hoffen – also dem, womit wir die meiste Zeit zubringen.

Micha merkte, dass er, um bei Miriam eine Rolle zu spielen, reifer werden musste. Er erin­nerte sich, dass er sich nie so reif gefühlt hat­te, so erwachsen und männlich wie beim Abschlussball. Er ahnte, dass er für den Kuss, den Miriam ihm versprochen hatte, erwachsen werden musste.

Er wusste nicht, worauf es genau hinausläuft, aber er wusste, dass es nicht leicht ist und auch nicht von heute auf morgen passiert.

Aber wie sagte Miriam: Er würde immer etwas haben, worauf er sich freuen konnte.

Und er freute sich darauf.

Einmal wurde Micha im Grenzgebiet verhaf­tet. Das war an dem Abend, als Familie Kup­pisch endlich Telefon bekam. Sie saßen stolz um den Apparat herum und fühlten sich wie bei der Bescherung. Und plötzlich klingelte das Ding!

Herr Kuppisch wagte es, den Hörer abzu­nehmen. Er musste ihn aber an Micha weiter­geben, für den der Anruf war.

»Ein Mädchen«, klärte Herr Kuppisch die neugierige Familie auf.

Es war Miriam. Micha wurde ganz verlegen und seine Leute nahmen überhaupt keine Rücksicht.

»Kannst du sie verstehen?«, fragte Frau Kup­pisch.

»Und frag mal, ob sie dich versteht!«, rief Herr Kuppisch.

Weil alle zuhörten, sagte Micha nur »Mmh«, »Jo«, »Klar« und »Tschüs«, was Miriam natürlich überhaupt nicht verstand. Sie hatte sich ein bisschen mehr davon ver­sprochen, wenn sie Micha mal anruft.

Micha rannte, nachdem er aufgelegt hatte, sofort aus der Wohnung, ohne Jacke und alles. Von der nächsten Telefonzelle aus rief er Miriam an.

»Es tut mir Leid«, sagte er, »aber alle haben zugehört … «

Miriam beruhigte ihn. »Macht nichts, ich dachte, dass du mal rumkommst«, sagte sie, aber Micha entschuldigte sich weiter, » … ver­stehst du, da konnte ich doch nicht sagen … «

»Klar«, sagte Miriam, »aber willst du mal rumkommen?«

Micha verstand immer noch nicht. »Wir haben nämlich erst heute Telefon gekriegt, und du warst die Erste, die anrief, da waren alle … «

»Und willst du jetzt rumkommen?«, fragte Miriam zum dritten Mal.

Micha glaubte, er höre nicht richtig. »Wie bitte?«, fragte er.

»Ich wollte nur wissen, ob du mal rumkom­men willst«, sagte Miriam geduldig.

»Bis gleich!«, rief Micha, hängte den Hörer ein, rannte aus der Telefonzelle und dem ABV direkt in die Arme.

»Ausweis!«

Micha erschrak, weil er bemerkte, dass er den Ausweis in seiner Jacke gelassen hatte. Und die Jacke hing in der Wohnung.

»Ich hol ihn!«, rief Micha und wollte zurücklaufen.

Der ABV hielt ihn fest.

Micha versuchte sich loszumachen. Er kämpfte und schlug um sich, aber der ABV war einfach kräftiger. Micha holte sich eine blutige Nase.

Der ABV wusste, dass es bei Micha in dieser Nacht um alles ging, aber er hatte ja mit ihm noch ein Ding laufen, denn er war ja noch immer nicht Unterleutnant geworden.

Natürlich ging es nicht darum, wer Micha ist, wo er wohnt und wann er geboren wurde. Das wusste der ABV inzwischen besser als Michas Mutter.

Micha wurde mit der Begründung »Wer ohne Personaldokument im Grenzgebiet auf­gegriffen wird, dem seine Personalien müssen an einem anderen Ort festgestellt werden« auf die Polizeiwache gebracht.

Im Laufe der Nacht nahm der ABV dann

sein Protokoll auf. In das schrieb er, dass er eine männliche Person gegen 22 Uhr im Grenzge­biet aufgegriffen habe. Diese Person sei nicht im Besitz eines gültigen Personaldokuments gewesen. Diese Person habe flüchten wollen.

Der ABV wollte Micha damit nur beweisen, dass er auch bösartig werden konnte, aber Micha interessierte sich nicht für solche Fein­heiten. Jetzt war ihm alles egal. Er kam nicht zu Miriam, obwohl sie ihn viermal dazu aufge­fordert hatte.

Der ABV ließ Micha erst am nächsten Mor­gen wieder laufen. Die beiden waren jetzt quitt.

Micha parcourait souvent avec Miriam le chemin entre la station du RER et la Sonnenallee. Il essayait toujours d’aller lentement, pour pouvoir passer plus de temps avec elle. Mais chaque fois, il était tellement excité qu’il n’arrivait à rien.

Heureusement, il n’eût jamais à vivre l’expérience de voir Miriam se faire enlever par un Motard.

La dernière fois qu’ils se rencontrèrent dans la rue, Miriam lui raconta qu’elle ne verrait plus jamais le motard. Il était parti pendant trois années à l’armée. Une fois arrivés dans la Sonnenallee, ils se séparèrent. Lui marchait sur le trottoir avec les nombres paires, elle sur le trottoir avec les nombres impaires. Lors de ces rencontres, Micha ne sût jamais si Miriam était l’auteur de la lettre qui avait atterri dans la zone interdite. Et bien sûr, il espérait toujours avoir son baiser promis. Il attendait son baiser comme un paysan pouvait attendre la pluie.

Un soir, alors qu’ils se rencontrèrent, Micha pensa qu’il était proche de son baiser. C’était le dernier jour avec les grandes vacances d’été, lui partirai à la mer Baltique et elle dans les hautes montagnes du Carpates. Cela faisait sourire Micha, car l’année dernière, il était parti dans les Carpates et elle à la mer Baltique. C’était une belle nuit d’été. L’air été doux et tout était calme. Quand ils arrivèrent à l’endroit où ils se séparent habituellement, Miriam ne semblait pas tentée par embrasser Micha.

« Tu m’as une fois promis une chose » dit Micha.

« Oui » répondit-elle calmement. « Mais j’ai pas précisé le moment »

Micha avait du mal à avaler sa salive.

« Mais alors je peux attendre éternellement » lança-t-il désespéré.

« oui, et ? » demanda Miriam doucement. « Ainsi, tu as toujours une chose sur laquelle tu pourras te réjouir. Si tu sais que je t’embrasserai un jour, tu ne seras jamais triste. »

Ensuite, elle rentra à la maison.

Pendant tout l’été, il pensa à la phrase de Miriam. Quand tu sais que je t’embrasserai un jour, tu ne seras jamais triste. La personne qui dit cela comprend la dimension de l’attente, de l’espérance et de la promesse – donc des choses avec lesquelles nous passons le plus de temps.

Micha remarqua qu’il avait besoin de gagner en maturité . Il se souvenait qu’il ne s’était jamais senti aussi adulte et masculin depuis le bal de fin d’année. Il pressentait qu’il avait besoin de gagner en maturité s’il voulait obtenir le baiser promis.

Il ne savait pas où cela aboutirait mais il savait que son chemin serait dur et qu’il n’obtiendrait pas son baiser rapidement.

Mais comme disait Miriam : il aurait toujours une chose qui pourrait le rendre heureux. Et cela le rendait heureux.

Une fois, Micha fût capturé dans la zone douanière. C’était le soir où la famille Kuppisch reçu son premier téléphone. Ils étaient assis fièrement autour du téléphone. Brusquement, la chose sonna !

C’est M. Kuppisch qui osa soulever l’écouteur. Mais il dût le donner à Micha car l’appel lui était destiné.

« Une fille » expliqua M. Kuppisch à la famille curieuse.

C’était Miriam qui était au bout du fil. Micha était embarrassé et les membres de sa familles ne montrèrent aucun signe de considération.

« Peux-tu la comprendre ? » demanda Mme Kuppisch.

« Et demande, si elle te comprend ! » cria M. Kuppisch.

Comme tout le monde écoutait, Micha disait seulement « mmh », « oui », « bien sûr » et « salut » ce que Miriam ne comprenait pas vraiment.

Miriam pensait que son premier appel provoquerait chez Micha plus de réactions.

Micha, une fois qu’il avait raccroché, sorti de l’appartement en courant, sans veste, sans rien. Dans la première cabine téléphonique qu’il pût trouver, il rappela Miriam.

« Je suis vraiment désolé » disait-il « mais tout le monde était en train de m’écouter …»

Miriam le calma. « Cela ne fait rien du tout, je pensais que tu pourrais passer venir me voir » dit-elle, mais Micha continua à s’excuser, « tu sais, je ne pouvais pas te dire… »

« bien sûr » dit Miriam, « mais veux-tu passer ? »

Micha ne comprit toujours pas. « Nous venons de recevoir aujourd’hui notre téléphone et tu étais la première à appeler, donc tout le monde… »

« veux-tu passer » demanda Miriam une troisième fois.

« Micha n’en croyait pas ses oreilles. « Pardon ? », demanda-t-il.

Je voulais simplement savoir si tu voulais passer me voir » dit Miriam d’une voix patiente.

« J’arrive ! » cria Micha, raccrocha le combiné, sorti en courant de la cabine téléphonique et tomba nez à nez avec le policier.

« Passeport ! »

Micha était épouvanté, car il remarqua qu’il avait laissé son passeport dans sa veste. Et sa veste se trouvait dans l’appartement.

« Je vais le chercher ! » cria Micha qui voulait retourner.

Mais le policier le tenait.

Micha essaya de se libérer de l’emprise du policier mais toute tentative était vaine car le policier était plus fort que lui. Micha avait même le nez en sang.

Le policier savait que c’était une nuit importante pour Micha mais le policier souhaitait obtenir sa vengeance, car il n’était toujours pas devenu sous-lieutenant.

Bien sûr, il ne s’agissait pas d’identifier Micha. Le policier connaissait parfaitement toutes ces informations. Le policier connaissait mieux Micha que sa propre mère.

Micha fût incarcéré pour la simple raison suivante : « se déplace sans papiers dans la zone douanière ».

Pendant la nuit, le policier rédigea son rapport. Il rédigea qu’il avait appréhendé une personne de sexe masculin vers 22h. Cette personne n’aurait pas été en mesure de s’identifier. De plus, cette personne aurait tenté de s’échapper.

Le policier voulait simplement prouver à Micha qu’il pouvait également être méchant mais Micha ne s’intéressait pas à ça. Tout lui importait peu. Il n’avait pas été en mesure d’aller chez Miriam alors qu’elle le lui avait demandé, 4 fois.

Le policier relâcha Micha le lendemain. Les deux étaient maintenant quitte.

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