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Am Kürzeren Ende der Sonnenallee – Kapitel 14

In Sonnenallee on 23 février 2010 at 11:00

Traduction franco-allemande du chapitre 14 du livre Am Kürzeren Ende der Sonnenallee

Deutsch Französisch
Für Micha war dieser Tag der Erste Tag im Roten Kloster. Es war auch sein Letzter. Er kam mit Verspätung. Die neuen Schüler standen im Halbkreis um die Direktorin, die mit unfreundlicher Miene ein Plakat betrachtete, das über den Schachklub des Roten Klosters informierte. Das Plakat hatte die Form des Schachkönigs.

Die Direktorin ließ den Schüler herbeirufen, der das Plakat ausgehängt hatte, und fragte ihn streng: »Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht?«

Der Schüler wusste gar nicht, was er getan hatte, und stammelte: »Ich … Schachklub … informieren … «

»Ja, ja, ja«, unterbrach ihn die Direktorin des Roten Klosters, und alle neuen Schüler sahen zu. »Selbstverständlich haben wir nichts dagegen, dass an dieser Schule Schach gespielt wird. Auch wenn die Erfinder dieses Spiels meinten, dass ein Bauer nicht genau so viel wert ist wie ein König.« Sie machte eine Kunstpause, damit jeder Schüler Zeit hatte, mal darüber nachzudenken.

Dann verdunkelte sich ihre Miene. Sie stach mit ihrem Zeigefinger genau auf die Spitze der Königsfigur, wo ein Kreuz war, und rief mit lau­ter Stimme: »Aber christlicher Symbolismus ist an dieser Schule verboten!«

Und genau in dem Augenblick, als sie verär­gert auf das Kreuz in der Königskrone zeigte, kam Micha dazu. Er war außer Atem und ganz verschwitzt.

»Und was ist mit Ihnen?«

Micha war so außer Atem, dass er nur mit

Mühe antworten konnte: »Ich bin … verhaf­tet worden … im Grenzgebiet … Ich wollte ja noch … Ich hab mich … «

»Raus!«, schrie ihn die Direktorin an. Micha hatte schon genug gesehen. Er ging ; wieder nach Hause.

Seine Mutter brach in Tränen aus. Sie hatte alles versucht, um Micha aufs Rote Kloster und in die Sowjetunion zum Studium zu brin­gen. Frau Kuppisch hatte dafür gesorgt, dass zu allen Jahrestagen die Fahne draußen hängt. Sie hatte Quartiergäste aufgenommen, war Mitglied in der Elterngruppe geworden, hatte das ND abonniert und die Plastiktüten von Heinz nur mit der Schrift nach innen benutzt. Und nun war, schon am ersten Tag, alles vor­bei.

Frau Kuppisch konnte nicht mehr. Sie weinte einen Tag und eine Nacht. Am nächsten Mor­gen sagte Herr Kuppisch: »Ich schreibe eine Eingabe.«

Und dann machte er etwas, was er noch nie gemacht hatte: Er setzte sich tatsächlich hin und schrieb eine Eingabe.

Nach zwei Wochen bekam Herr Kuppisch die Antwort. Er nahm Micha und Frau Kuppisch an die Hand und ging resolut ins Rote Kloster. Was Micha als Erstes auffiel: Das Schachplakat hatte jetzt die Form eines Bauern.

Herr Kuppisch wollte ins Direktorenzimmer. Die Sekretärin versuchte energisch, ihn davon abzuhalten, aber er kümmerte sich nicht dar­um.

Die Direktorin sah Herrn Kuppisch mit einem fragenden Blick an. Herr Kuppisch zog den Brief aus seiner Tasche und las vor: »Sehr geehrter … und so weiter und so weiter … Hier!«

Er hatte die Stelle gefunden, die er suchte, » … haben wir … dass die Relegierung zurück­genommen wird.« Mit einem triumphierenden Blick ließ Herr Kuppisch den Brief sinken.

»Wir haben nämlich eine Eingabe geschrie­ben!«, sagte er stolz. Er winkte Micha und Frau Kuppisch hinein, damit die Direktorin wusste, wer mit »wir« gemeint war.

Micha kam nicht. Frau Kuppisch sagte verle­gen: »Micha musste noch mal. Das ist immer so, wenn er sich freut.« Das war gelogen, aber es war bereits ihre vorletzte Lüge. Sie würde nur noch ein einziges Mal Micha beschönigen.

Denn Micha war nicht auf der Toilette, weil er mal musste, und er freute sich kein bisschen. Er war im Waschraum verschwunden, um sich vor dem Spiegel unordentlich zu machen. Als er ins Direktorenzimmer kam, kaute er Kau­gummi, seine Haare waren durcheinander und die drei oberen Knöpfe seines Hemdes waren geöffnet. Micha sah aus wie ein Schüler, der niemals auf dem Roten Kloster geduldet wür­de.

Frau Kuppisch begann zwar sofort, an ihm herumzumachen,  aber Micha stieß sie mit einer Handbewegung zurück.

Frau Kuppisch warf einen unsicheren Blick auf die Direktorin, um herauszufinden, wie schlimm Michas Eindruck war, aber die Direk­torin sagte nichts. Sie sah Micha an und Micha sah sie an. Niemand der beiden musste etwas sagen.

Frau Kuppisch versuchte das letzte Mal mit einer Lüge: »Mischa, wenn du jetzt in diese Schule gehst, musst du deinem sowjetischen Brieffreund schreiben, dass sich deine Adresse geändert hat.« Selbstverständlich hatte Micha keinen sowjetischen Brieffreund, und so sah er auch nicht aus.

Weil er und die Direktorin sich immer noch mit den Blicken anstarrten, wedelte Herr Kup­pisch nervös mit dem Brief und forderte Micha auf: »Nun sag doch auch mal was!« Micha sagte etwas, das er von Onkel Heinz gehört hatte, und er verließ danach das Zimmer und die Schule. Was er sagte, war genug.

Frau Kuppisch brauchte sich auch keine Beschönigungen mehr einfallen lassen. Und sie war nach wenigen Minuten ganz froh über die Entscheidung ihres Sohnes. Anständige Eltern schicken ihre Kinder nicht auf eine Schule wie das Rote Kloster, dachte Frau Kup­pisch. Auch Herr Kuppisch war bald bester Laune. Er brauchte nur an seine Eingabe zu denken, und schon füllte sich seine Brust mit Stolz. »Wenn wir wollen, dann können wir auch!«, sagte er und schwenkte den Brief. »Denen haben wir es heute gezeigt!«

So kam es, dass Micha und seine Eltern selbst­sicher in die Sonnenallee zurückkehrten, obwohl Micha trotz jahrelanger Anstrengun­gen nicht auf dem Roten Kloster landete. Es war immer so kompliziert und anstrengend, aber der Schlussstrich war ganz einfach zu zie­hen.

Er sagte: »Ras, dwa, tri – Russen werden wir nie!«, und das wurde verstanden.

Pour Micha, c’était la première journée dans le cloitre rouge. Et c’était également sa dernière. Il arriva en retard. Les nouveaux élèves étaient debout autour de la directrice qui regardait d’un air méprisant une affiche du club d’échecs du cloitre rouge. L’affiche avait la forme du roi. La directrice fit appeler l’élève qui avait placardé l’affiche et lui demanda d’une manière sévère : « Pourquoi avez-vous fait cela ?». L’élève ne savait pas du tout de quoi il s’agissait et essaya de donner une raison : « Je … club d’échec … informer »

La directrice du cloitre rouge le coupa avec un « oui, oui, oui » et tous les élèves assistèrent à la scène. « Bien sûr que nous n’avons rien contre le fait que les élèves jouent aux échecs dans notre école. Même si les inventeurs de ce jeu n’ont pas eu l’excellente idée de donner à un paysan (NdT: en allemand, le pion est appelé « paysan »)  la même valeur qu’un roi. » Elle fit une pause artistique pour que tous les élèves puissent réfléchir à son affirmation.

Sa mine s’assombrit. Elle pointa du doigt la tête du roi, où on pouvait voir une croix et dit à voix haute : mais les symboles religieux sont interdits dans cette école ! »

Et c’est exactement au moment où elle désigna la couronne royale ornée de la croix qu’arriva Micha. Il était essoufflé et transpirait à grosses gouttes.

« Et vous ? »

Micha était tellement essoufflé qu’il pouvait seulement répondre avec peine : « j’ai été arrêté par la police … dans la zone douanière … je voulais simplement … J’ai … »

« Sortez ! » hurla la directrice.

Micha en avait déjà vu assez ! Il rentra à la maison.

Sa mère s’effondra en larmes. Elle avait tout tenté pour que Micha puisse rentrer dans le cloître rouge et pour qu’il puisse ensuite étudier en union soviétique. Mme Kuppisch avait chaque année sorti le drapeau, invité des membres du parti, était devenue membre du groupe des parents d’élèves, s’était abonnée au journal ND et avait utilisé les sacs de Heinz avec l’inscription vers l’intérieur. Elle n’en pouvait plus. Elle pleura pendant 24 heures. Le lendemain, M. Kuppisch dit « Je vais écrire une réclamation ».

Et ensuite, il fit une chose qu’il n’avait jamais encore faite : il rédigea effectivement une réclamation. Après deux semaines, il reçu effectivement une réponse à sa réclamation. Avec sa femme et Micha, d’un pas résolu, il prit le chemin du cloitre rouge. Micha remarqua immédiatement : l’affiche avait maintenant la forme d’un paysan.

M. Kuppisch voulait rentrer dans le bureau du directeur. Mais la secrétaire essaya de l’en empêcher, mais entra tout de même. La directrice regarda M. Kuppisch étonnée . M. Kuppisch prit une lettre de sa poche et lu à haute voix : Cher … et ainsi de suite… ah voilà !» Il avait trouvé l’endroit qu’il cherchait « nous avons … que l’exclusion soit annulée ». Avec un regard triomphant, M. Kuppisch baissa sa lettre.

« Car nous avons écrit une réclamation » ajouta-t-il fièrement. Il fit signe à Mme Kuppisch et Micha de rentrer dans le bureau pour qu’elle puisse exactement savoir de qui il s’agissait.

Micha ne rentra pas. Mme Kuppisch, peu à l’aise, dit :  « Micha s’est absenté : c’est toujours ainsi quand il est heureux. » C’était un mensonge mais c’était son dernier : elle ne protégerait plus son fils.

Car Micha n’était pas aux toilettes pour un besoin pressant et ne se réjouissait pas particulièrement. Il s’était réfugié aux toilettes pour se débrailler devant le miroir. Quand il arriva dans le bureau de la directrice, il mâchait du chewing-gum, ses cheveux étaient ébouriffés et sa chemise était déboutonnée. Il ressemblait à tout sauf à un élève du cloître rouge.

Mme Kuppisch fit son possible pour améliorer l’aspect de son fils mais Micha la repoussa d’un geste de la main.

Mme Kuppisch lança un regard timide à la directrice pour savoir quelle impression la directrice avait de Micha. Mais la directrice ne dit rien. Elle regarda Micha et Micha la regarda. Il n’y avait rien à ajouter.

Mme Kuppisch avança son dernier mensonge : « Micha, comme tu vas maintenant dans cette école, il faudra en informer ton ami russe et lui donner ta nouvelle adresse ».  Bien sûr Micha n’avait pas d’ami russe et il n’était pas le genre à avoir un ami russe.

Comme la directrice et Micha se regardaient toujours, M. Kuppisch secoua nerveusement la lettre et demanda à Micha. « Mais dis quelque chose ! » Micha dit quelque chose qu’avait dit l’oncle Heinz et quitta le bureau et l’école. Ce qu’il avait dit était suffisant.

Mme  Kuppisch n’avait pas besoin de rajouter un nouveau mensonge. Et après quelques minutes, elle était très heureuse de la décision de son fils. Des parents responsables n’envoient pas leurs enfants dans une école comme le cloitre rouge. M. Kuppisch était également de très bonne humeur. Il avait simplement besoin de penser à sa réclamation pour ressentir en lui une certaine fierté.

« Si tu le souhaites, nous pouvons également y aller » dit-il et baissa la lettre. « Nous leur avons montré de quoi nous étions capables ! »

C’est ainsi que Micha et ses parents rentrèrent fiers dans la Sonnenallee, bien que Micha, malgré toutes les peines, ne rentra pas dans l’école du cloitre rouge.

Malgré tout, la conclusion de cette expérience était très simple : un, deux, trois, nous ne serons jamais des russes.

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