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Am Kürzeren Ende der Sonnenallee – Kapitel 18

In Sonnenallee on 24 février 2010 at 15:42

Traduction franco-allemande du chapitre 18 du livre Am Kürzeren Ende der Sonnenallee

Deutsch Französisch
Ein paar Tage später sind sich Miriam und Micha auf der Straße begegnet. Es war einer der letzten warmen Tage des Jahres. Miriam hatte noch mal ihr Sommerkleid an und nichts darunter. Micha hatte ein Eis in der Hand.

Als ihm Miriam ihr Herz ausschüttete, wagte Micha nicht von seinem Eis zu essen. Wahr­scheinlich fand er das uncool, obwohl es das Wort damals noch gar nicht gab. So tropfte das Eis auf seine Hand und lief ihm den Unterarm hinunter.

Beide hatten ein schlechtes Gewissen. Miriam hatte nicht gesehen, wie sehr Micha an ihr litt. Und Micha war mit dem Liebesbrief zu weit gegangen. Wenn Wuschel nicht dieses unbeschreibliche Glück gehabt hätte, würde Micha nicht mehr leben wollen. Dann wäre für immer ein Schatten auf sein Leben gefal­len. Hätte, würde, wäre …

Miriam fing an. Es tat ihr Leid, dass Micha so litt, wenn sie mit Westlern rumknutschte. Miriam versuchte Micha zu erklären, dass »die« alles vorschreiben wollen, dass »die« alles verbieten. Mit »die« meinte sie natürlich nicht die Westler, sondern alles ab der Schul­direktorin Erdmute Löffeling und aufwärts. Alle, die das Sagen hatten.

»Die wollen uns alles verbieten«, meinte Miriam. Und irgendwie musste sie doch etwas dagegen unternehmen. Irgendwie musste sie doch merken, dass »die« ihr eben nicht alles verbieten können. Und wenn sie sich mit Westlern knutscht, dann gibt ihr das so ein Gefühl, dass »die« nicht alle Macht über sie haben, weil …

Und während sie nach Worten suchte, bemerkte Micha, dass das Eis in seiner Hand kurz vor dem Absturz stand. Einfach um die Sache abzukürzen, unterbrach er Miriam. Ob sie mit ihm nicht mal ins Kino gehen wollte? Es lief gerade »In achtzig Tagen um die Welt«. Miriam, die von Sehnsucht und von Fernweh sprechen wollte, fühlte sich wie befreit: »End­lich versteht mich mal einer!«

Micha verstand gar nichts, aber als sich Miriam erlöst von ihm verabschiedete, winkte Micha ihr zu – und dabei flog ihm der Rest sei­nes Eises auf die Brust.

Im Kino sahen sie die Reise von Phileas Fogg und seinem Diener. Sie sahen fremde Länder, erstaunliche Menschen und exotische Tiere. Micha war wieder so unsicher. Er wagte es nicht, den Arm um Miriam zu legen, obwohl der Film Überlänge hatte und obwohl Miriam ihren Kopf an seine Schulter legte.

Als sie aus dem Kino kamen, rollten Panzer die Karl-Marx-Allee entlang. Es war nur eine Übung für die Militärparade am 7. Oktober, aber die beiden wussten wieder ganz genau, wo sie waren.

Die Panzer lärmten und ein stärkerer Kon­trast zu dem bunten und leichten Film ließ sich kaum denken. Miriam warf sich weinend in Michas Arme, und Micha umarmte sie. Er hielt sie fest und versuchte sie zu trösten. Aber da gab es nichts zu trösten: Der Film hatte Miriam weich gemacht, und dann kamen plötzlich die Panzer in der Nacht!

Für solche Konfrontationen war Miriam nicht gewachsen.

Miriam hatte den ganzen Weg zurück kein ein­ziges Wort gesagt. Sie hatte höchstens mal den Kopf geschüttelt. Zu Hause legte sie sich ins Bett, ohne mit jemandem zu sprechen. Am nächsten Morgen blieb sie liegen und blickte nur an die Decke. Sie reagierte auf nichts und niemanden. Auch am nächsten und übernäch­sten Tag blieb sie bewegungslos liegen.

Ihre Leute gaben ihr Tee und ein bisschen Suppe. Natürlich haben sie sich Sorgen gemacht. Sie wussten ja nicht, was mit ihr los war. Sie wagten auch nicht Micha etwas zu sagen.

Erst der ABV hat zu Micha gesagt: »Deiner Kleinen geht es nicht gut!«

Als Micha bei Miriam am Bett sah, hatte er nur einen Wunsch. Er wollte Miriam retten. Er wollte sie schon immer retten. Manchmal wünschte er sich, dass ein Feuer oder sogar ein Krieg ausbrach, aus dem er sie retten konnte. Er kannte die Geschichten von Leuten, die in diesem Land kaputt gingen, und er fühlte, dass jemand kommen und sie retten musste. Dieser Jemand wollte er sein.

Er sagte zu ihr: »Weißt du, mir geht es oft so wie dir, und dann schreib ich das immer in mein Tagebuch. Du bist nicht allein, wirklich nicht. Du bist nicht allein.«

Miriam zeigte keine Reaktion, auch nicht, als Micha ihr versprach: »Ich kann sie dir ja  \ Morgen vorlesen, meine Tagebücher.«

Und dann verabschiedete er sich und stürmte in seine Wohnung, hängte ein »Betreten ver­boten« über sein Zimmer und begann mit der Arbeit. Das Problem war nämlich, dass Micha nie ein Tagebuch geführt hatte. Und jetzt mus­ste er.

Das erste Tagebuch war am schwersten, denn Micha musste es mit links schreiben. Die Schrift sollte ja ungeübt aussehen. Die Wir­kung seiner Tagebücher auf Miriam würde um so größer sein, je länger er Tagebuch führte, meinte Micha.

Die ganze Nacht saß Micha an seinen Tage­büchern. Er überlegte, was es bedeutete, hier am kürzeren Ende der Sonnenallee zu leben, wo die Dinge laufen, wie sie laufen. Und er schrieb, dass er sie schon immer liebte, weil er gefühlt hatte, dass sie etwas Besonderes war. Er wusste, dass er ihr alle seine Bekenntnisse vor­lesen würde, aber das machte ihm nichts aus.

Um Miriam zu retten, war ihm jedes Mittel recht. Jedes.

Am nächsten Morgen wurde Micha von Frau Kuppisch gefunden. Er war über dem letz­ten Tagebuch eingeschlafen.

Michas Kopf lag auf dem aufgeschlagenen Tagebuch, seine Finger waren von Tinte ver­schmiert, und sieben leer geschriebene Tinten-patronen lagen auf dem Tisch. Jawohl, sieben!

Als Micha mit seinen Tagebüchern zu Miriam kam, lag sie genauso im Bett wie an den Tagen zuvor, die Augen auf die Zimmerdecke gerich­tet.

Micha nahm sich das erste Tagebuch vor und zeigte es ihr: »Hier, siehst du«, sagte er, »damals konnte ich noch nicht gut schrei­ben.«

Miriam zeigte keine Reaktion.

»Ja, also«, sagte Micha und hustete, »ich lese jetzt mal vor: Liebes Tagebuch! Heute war ein wichtiger Tag, denn wir haben heute das ß gelernt. Jetzt lohnt es sich, mit dem Tagebuch anzufangen. Jetzt kann ich endlich ein ganz wichtiges Wort schreiben. Bis jetzt konnte ich es immer nur denken. Aber jetzt kann ich es schreiben: Scheiße!«

Miriam lächelte. Micha, der nicht gleich am Anfang unterbrochen werden wollte, sagte schnell: »Moment, Moment, das geht noch weiter … «

Aber dann sah und begriff er, dass Miriam wieder voll da war. Sie hörte, sie reagierte, sie lächelte! Micha war überglücklich: »Hast du … habe ich dich … «

Miriam lächelte und strahlte und schließlich schlang sie ihre Arme um seinen Hals und zog ihn zu sich herunter und löste endlich ihr Ver­sprechen ein: Sie zeigte ihm, wie Westler küs­sen.

Miriams jüngerer Bruder stand in der Tür und sah zu. Wurde ja auch Zeit, dachte er. Dann ging er zum Platz, ließ sich einen Bugatti geben und erzählte Mario und der Existentialistin, Wuschel, dem Dicken und Brille, wie Miriam von Micha gerettet wurde.

»Leute, das ist Liebe!«, sagte Miriams jünge­rer Bruder, und alle nickten ruhig und ernst. Und als der Schatten einer Wolke über sie hinweg flog, froren sie.

Quelques jours plus tard, Micha et Miriam se rencontrèrent dans la rue. C’était une de ces dernières chaudes journées de l’année. Miriam avait toujours sa jupe d’été et ne portait rien en-dessous. Micha avait une glace dans la main.

Quand Miriam lui avoua ses problèmes et soucis, Micha n’osa pas continuer à manger sa glace. Il trouvait cette façon peu cool bien que ce mot n’existait pas encore. Ainsi, la glace lui coula le long de sa main et de son bras.

Les deux avaient mauvaise conscience. Miriam n’avait pas vu comme Micha souffrait en ce qui la concerne. Et Micha était allé trop loin en ce qui concerne la lettre d’amour. Wuschel avait eu une chance énorme et il était certain que si Wuschel avait été tué, Micha n’aurait pas souhaité continuer vivre. Une ombre se serait abattue sur le restant de sa vie. Aurait eu, aurait été, aurait dû…

Miriam commença. Cela lui faisait de la peine que Micha souffre tant quand elle embrassait les gars de l’ouest. Miriam essaya de faire comprendre à Micha qu’ « ils » essayait de tout dicter, qu’ « ils » essayaient de tout interdire. Avec ce « ils », elle parlait bien sûr pas des gens de l’ouest mais plutôt des gens de l’est, à commencer par la directrice et toute la hiérarchie. En gros, toutes les personnes qui avaient un pouvoir.

« Ils veulent tout nous interdire » affirma Miriam. Et d’une manière ou d’une autre, elle devait organiser quelque chose pour contrer cela. Et ils devaient bien remarquer qu’ « ils » ne pouvaient pas tout interdire dans sa vie. En embrassant les gars de l’ouest, elle avait le sentiment qu’ « ils » n’avaient pas tant de pouvoir que ça sur sa vie, car …

Et pendant qu’elle cherchait ses mots, Micha remarqua que sa glace était à deux doigts de tomber. Pour simplifier l’histoire, il interrompit Miriam. Il lui demanda s’il souhaitait aller avec lui au cinéma. Il y avait en ce moment « le tour du monde en 80 jours ». Miriam, qui souhaitait parler de nostalgie et de désir d’évasion se sentait libérée : « Enfin une personne me comprend »

Micha ne comprenait rien mais quand Miriam, soulagée, lui fit ses adieux, le reste de sa glace atterrit sur sa poitrine quand il essaya de la saluer de la main.

Au cinéma, ils virent le voyage de Phileas Fogg et de son serviteur. Ils virent des paysages lointains, des personnages étonnants et des animaux exotiques. Micha n’était plus très sûr de lui. Il n’osait pas mettre son bras autour de Miriam, bien que le film avait quelques longueurs et bien qu’elle avait mise sa tête contre son épaule.

Quand ils sortirent du cinéma, de gros Panzer descendaient l’avenue Karl-Marx. C’était simplement un entrainement pour la parade militaire du 7 octobre, mais les deux savaient exactement où ils se trouvaient.

Les Panzers faisaient un bruit d’enfer et il aurait été difficile d’imaginer un contraste plus important avec la douce ambiance du film. Miriam se précipita en pleurant dans les bras de Micha et Micha la serra dans ses bras. Il la tenait dans ses bras et essaya de la consoler. Mais il ne pouvait pas la consoler : le film avait attendri Miriam qui devait maintenant affronter en pleine nuit les Panzer. Miriam n’était pas en mesure de survivre une pareille confrontation.

Sur le chemin du retour, Miriam ne dit pas un seul mot. Elle avait simplement secoué la tête. Une fois à la maison, elle se mit au lit sans parler à quelqu’un. Le lendemain, elle resta au lit et fixait simplement le plafond. Elle ne réagissait pas à la moindre chose. Même le jour d’après, elle resta toujours sans manifester la moindre réaction.

Sa famille lui donna du thé et un peu de soupe. Bien sûr, ils se firent du souci. Ils ne connaissaient pas la source du problème. Ils n’osèrent pas en parler à Micha.

C’est seulement le policier qui parla à Micha : « ta petite ne va pas bien ! »

Quand Micha vit Miriam dans son lit, il n’avait qu’un seul souhait : il voulait sauver Miriam. Il voulait d’ailleurs toujours la sauver.

Parfois, il avait espéré le déclanchement d’une guerre ou d’un incendie pour qu’il puisse la sauver. Il connaissait des histoires de personnes qui sombraient dans ce pays et sentait que quelqu’un devait venir pour les sauver. Il voulait être ce sauveur.

Il lui dit « Tu sais, je me sens souvent comme toi, c’est pour cela que je tiens des journaux intimes. Tu n’es pas seule, vraiment pas. Tu n’es pas seule. »

Miriam ne montra aucune réaction, même quand Micha lui promit : « je peux te les lire demain ». Il la salua et se précipita dans son appartement, accrocha un panneau avec la mention « défense d’entrer » sur la porte de sa chambre et commença son travail de rédaction. Le seul problème, c’est que Micha n’avait jamais tenu un journal intime. Et maintenant, il le devait. La rédaction du premier journal intime était la plus pénible, car Micha devait le rédiger de la main gauche. L’écriture devait avoir un air puéril. L’effet des journaux intimes aurait ainsi un effet encore plus important sur Miriam. Il était certain que plus la période décrite dans ses journaux était importante, plus Miriam serait impressionnée.

Pendant toute la nuit, Micha rédigea ses journaux intimes. Il disserta sur le fait d’habiter dans la partie la plus courte de la Sonnenallee, sur le déroulement des différentes choses qui l’entourait. Et il écrivit également qu’il avait toujours aimé Miriam, car il avait toujours senti qu’elle était quelque chose de particulière. Il savait qu’elle lirait toutes ses phrases mais s’en fichait.

Tous les moyens étaient bons pour sauver Miriam.

Le lendemain, c’est Mme Kuppisch qui trouva son fils. Il s’était endormi pendant la rédaction de son dernier journal intime.

Sa tête était posée sur le journal intime, ses mains couvertes d’encre et il y avait sept cartouches d’encre vide. Oui, sept cartouches !

Quand Micha arriva chez Miriam avec ses journaux, elle était toujours dans son lit, toujours dans la même position, les yeux rivés vers le plafond.

Micha prit son dernier journal et le lui montra. « vois-tu » dit-il « à l’époque, je me savais pas encore bien écrire. »

Miriam ne montra aucune réaction.

« Alors » dit Micha et se racla la gorge, « je vais maintenant lire : Cher journal, aujourd’hui c’était une journée importante pour moi, car nous avons le ß. C’est une raison suffisante pour commencer la rédaction de ces journaux. Maintenant, je peux enfin rédiger un mot important. Jusqu’à maintenant, je ne pouvais que penser à ce mot mais maintenant je peux l’écrire : Merde ! »

Miriam sourit timidement. Micha ne voulait pas être interrompu ajouta rapidement : attends, attends, cela continue… »

Mais il comprit que Miriam était à nouveau parfaitement présente. Elle l’écoutait, réagissait et rigolait. Micha était très heureux : « as-tu … est-ce que je t’ai… »

Miriam rigolait, rayonnait et finalement jeta ses bras autour de son cou et le rapprocha se son corps et exhaussa sa promesse : elle lui montra comment les gens de l’ouest embrassaient.

Le frère de Miriam avait tout vu, car il se tenait dans le pas de la porte de la chambre de Miriam. Il était temps, pensa-t-il. Il prit la direction du terrain de jeu et en échange d’une Bugatti, il raconta à Mario, à la femme existentialiste, Wuschel, à Wuschel, à der Dicke et à Brille comment Micha sauva Miriam.

« les gars, ça c’est de l’amour ! » ajouta le petit frère de Miriam ou tout le monde approuva d’un signe de tête en silence et d’une manière sérieuse.

Lorsqu’un nuage cacha le soleil, ils commencèrent à ressentir le froid.

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